Über Anton

Anton Serkalow, 1968 geboren, wuchs in der ehemaligen DDR auf.

Seine Lektüre bestand aus den Klassikern der Abenteuerliteratur wie z.B. Alexandre Dumas, Jule Verne, aber auch den Indianerbüchern von Liselotte Welskopf-Henrich und dem, eigentlich nicht gestatteten, Karl May. Den er, von einem Bekannten ausgeliehen, heimlich mit Taschenlampe unter der Bettdecke, las und sich so selbst altdeutsche Frakturschrift beibrachte. Später kamen kritischere Science-Fiction-Werke wie Stanislaw Lem oder die Brüder Strugatzki hinzu. Aber auch Klassiker der englischen Schauerromantik und slawische Gruselmythen.
Im Kino sah er die DEFA-Indianerfilme und die Bud Spencer und Terence Hill Western, im West-TV Mantel & Degen Filme, Piratenabenteuer und amerikanische Western.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs genoss er zunächst die neu erlangte Freiheit, reiste durch Europa und arbeitete in den unterschiedlichsten Jobs, vom Gebäudereiniger, Wahlkampfhelfer, über Callcenteragent bis zum Pferdeflüsterer.

In den Buchläden entdeckte er den magischen Realismus, High-Fantasy und Sword & Sorcery ebenso, wie unterschiedliche Arten des Horrors, vor allem aber die enorme Bandbreite an Comics zwischen »Akira« von Otomo und »Gipsy« von Marini.

Unter seinem bürgerlichen Namen war er 13 Jahre, unter dem Einfluss von Auster, Murakami und Djian, aber gerade auch den literarischen Darbietungen von Nick Cave oder Blixa Bargeld, als Romanautor und Lesebühnenperformer unterwegs. Trat in Clubs, Theatern, Kneipen und im Vorprogramm von Rockbands auf. Literatur als Rock’n’Roll.

2012 zwang ihn seine bis dahin konsequent verleugnete depressive Erkrankung zu einem totalen Rückzug. Die nächsten Jahre konzentrierte er sich darauf, den Umgang mit dieser Krankheit zu lernen und dennoch – oder gerade deswegen – ein gutes Leben zu führen. Dank medikamentöser und ambulanter Therapie, der Unterstützung seiner Frau und vor allem des gemeinsamen Hundes »Nemo« gelang es ihm, sich 2016 als Anton Serkalow wieder neu zu erfinden.

Frei von der Vergangenheit, dem damit verbundenen Erwartungsdruck und vor allem unabhängig von Verlagsverträgen, publiziert er seitdem ganz bewusst als sog. »Selfpublisher«. Vorrangig in den Bereichen der dunklen Phantastik: Horror, Mystery und Weird West.

Seine »Vakkerville-Trilogie«, eine von Blogger_Innen und Leser_Innen hochgelobte Mischung aus Horror-Thriller-Krimi-Mystery-Comedy, fasste einerseits all seine bisherigen literarischen und popkulturellen Einflüsse zusammen, bewies ihm selbst vor allem aber eines:

Ein Leben, ohne Geschichten zu erzählen, ist möglich, aber langweilig!

Ganz nach diesem Motto kreierte er 2019 die »Nighthunter«. Eine auf mehrere Jahre angelegte Weird-West-Serie und hat sich dadurch mittlerweile soweit etabliert, dass er auch wieder für Verlage schreibt.

So erscheint z.B. 2021 beim BLITZ-Verlag in der Reihe »Western Legenden« der erste »richtige« Western »Blaine Williams – Das Gesetz der Rache«. Weitere Arbeiten in dieser Art werden folgen.