Anton Serkalow, 1968 geboren, wuchs in der ehemaligen DDR auf.

Nemo und Anton 2021

Seine Lektüre bestand aus den Klassikern der Abenteuerliteratur wie z.B. Alexandre Dumas, Jule Verne, J. F. Cooper, den Indianerbüchern von Liselotte Welskopf-Henrich und dem, eigentlich nicht gern gesehenen, Karl May. Den er, von einem Bekannten ausgeliehen, heimlich mit Taschenlampe unter der Bettdecke, las und sich so selbst altdeutsche Frakturschrift beibrachte. Später kamen kritischere Science-Fiction-Werke wie Stanislaw Lem oder die Brüder Strugatzki hinzu. Aber auch Klassiker der englischen Schauerromantik, Edgar Allan Poe, und slawische Gruselmythen.
Im Kino sah er die DEFA-Indianerfilme und die Bud Spencer und Terence Hill Western, im West-TV Mantel & Degen Filme, Piratenabenteuer und amerikanische Western.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs genoss er zunächst die neu erlangte Freiheit. Er reiste durch Europa und arbeitete in den unterschiedlichsten Jobs, vom Gebäudereiniger, Wahlkampfhelfer, über Callcenteragent bis zum Pferdeflüsterer in Andalusien.

In den Buchläden entdeckte er den magischen Realismus, High-Fantasy und Sword & Sorcery ebenso, wie unterschiedliche Arten des Horrors, vor allem aber die enorme Bandbreite an Comics zwischen »Akira« von Otomo und »Gipsy« von Marini.

Unter seinem bürgerlichen Namen war er 13 Jahre, unter dem Einfluss von Auster, Murakami und Djian, aber gerade auch den literarischen Darbietungen von Nick Cave oder Blixa Bargeld, als Romanautor und Lesebühnenperformer unterwegs. Trat in Clubs, Theatern, Kneipen und im Vorprogramm von Rockbands auf. Literatur als Rock’n’Roll.

Namibia 2020

2012 zwang ihn seine bis dahin konsequent verleugnete depressive Erkrankung zu einem totalen Rückzug. Die nächsten Jahre konzentrierte er sich darauf, den Umgang mit dieser Krankheit zu lernen und dennoch – oder gerade deswegen – ein gutes Leben zu führen. Dank medikamentöser und ambulanter Therapie, der Unterstützung seiner Frau und vor allem des gemeinsamen Hundes »Nemo« gelang es ihm, sich 2016 als Anton Serkalow wieder neu zu erfinden.

Frei von der Vergangenheit, dem damit verbundenen Erwartungsdruck und vor allem unabhängig von Verlagsverträgen, publizierte er ganz bewusst als Selfpublisher seine genrebrechende »Vakkerville-Trilogie«. Eine von Blogger_Innen und Leser_Innen hochgelobte Mischung aus Horror-Thriller-Krimi-Mystery-Comedy.

2019 folgte der Start der Weird-West-Serie »Nighthunter«, deren Ende vorläufig nicht in Sicht ist.

Anton Serkalow bezeichnet sich selbstbewusst als Pulp-Autor und schreibt mittlerweile auch wieder für Verlage. So erschien 2021 beim BLITZ-Verlag der erste »klassische« Western »Blaine Williams – Das Gesetz der Rache«, dem noch weitere folgen werden.