Sage mir, was du liest: „Das Grab in mir“

„Das Grab in mir“ Patrick Senécal FESTA Verlag

Klappentext:

„Erinnerungen können tödlich sein!
Étienne, 28 Jahre, Dozent für
Literatur, mit einer manischen Besessenheit für blutrünstige
Horrorgeschichten, nimmt eines Abends den Anhalter Alex mit. Die beiden
verstehen sich gut, doch irgendetwas an Alex ist seltsam.
Und dann greift das reale Entsetzen nach Étienne: Beim Zwischenstopp in einer Werkstatt ereignet sich ein brutaler Mord.
Als weitere Morde geschehen, wird es immer unheimlicher, denn alle
Toten hatten irgendeine Verbindung zu Étienne. Könnte Alex der Mörder
sein? Und kann es sein, dass die beiden sich aus der Kindheit kennen?“

Antons Meinung:

Lt. Christopher Booker gibt es eigentlich nur 7 Grundstories auf der
Welt. Das Rad kann nicht mehr neu erfunden werden. Die Schlussfolgerung
daraus ist, dass jeder Autor „nur“ noch die Möglichkeit hat, eine dieser
Stories so zu erzählen, dass sie immer noch zu fesseln weiß.

Patrick Senécal kann es.
Dem Thriller-erfahrenen Leser ist schnell klar, wo der Hase in „Das Grab in mir“ hinläuft.
Es
lohnt sich aber dennoch weiter zu lesen. Ob es nun ist, weil man seine
Vermutung bestätigt haben will. Ob es der fesselnde Schreibstil ist, der
ohne Umschweife auch mal ordentlich zur Sache kommt, was dem
Psycho-Thriller-Setting eine Portion Splatter verleiht. Ob es das dunkle
Geheimnis ist, das einem Mystery-Thriller gleich über den Erinnerungen
und der Kindheit des Protagonisten schwebt. Oder sogar die perfide
Auseinandersetzung mit der Frage, ob Kinder wirklich per se immer
Unschuldsengel sind.
Insgesamt ist „Das Grab in mir“ tatsächlich wieder einmal ein Buch, dass den Untertitel „Thriller“ zu recht trägt.
Spannend, kurzweilig, ein wenig zum Nachdenken und vor allem in seiner Wahl des Hintergrundes sehr beklemmend und düster.