Klappentext:

„Als Tim in ein abbruchreifes Haus einzieht, ahnt er nicht, dass
das alte Gemäuer bereits einen Bewohner hat. Eines Nachts macht er eine
Entdeckung, die sein Leben für immer verändern wird.
Anna
ist eine Herumtreiberin, die vor allem eins möchte: Unsichtbar sein. Als
Tim auf den Wildfang Anna trifft, scheint der Ärger vorprogrammiert.
Das Mädchen ist von düsteren Geheimnissen umgeben. Warum beobachtet sie
wie besessen das Haus gegenüber? Wer ist sie wirklich?
Ein tödliches Geheimnis. Als in der Nähe des Hauses ein kleines Mädchen spurlos verschwindet,
findet Tim heraus, dass Anna ein schreckliches Geheimnis vor ihm
verbirgt. Weiß Anna mehr von den grausamen Verbrechen, als sie zugibt?
Wahrheit oder nicht? Als
Tim herausfindet, wer Anna wirklich ist, wird er unaufhaltsam in einen
Strudel aus Lügen und Verbrechen gezogen. Als er begreift, was auf dem
Spiel steht, muss er eine Wahl treffen, die das Leben aller Beteiligter
für immer verändern wird.
Wem kann er noch vertrauen, wenn die letzte Fassade fällt?
Empfohlen für Leser ab 18 Jahren.
Erleben
Sie dramatischen Nervenkitzel in diesem gnadenlosen Psychothriller von
L.C. Frey. Wer ist Opfer, wer Täter? Können Sie Wahrheit von Lüge
unterscheiden?“

Gute
Psychothriller sind rar. Neben einem stetigen Spannungsbogen mit einigen
ordentlichen Twists verlange ich vor allem wirklich das Verarbeiten des
Sujets »Psyche« bzw. »Psychologie« und eine in der Geschichte
schlüssige Auflösung.
Zu viele sog. Psychothriller sind
mittlerweile nur noch irgendwelche Slasher-Orgien oder
Torture-Porn-Werke. Ich vermute, dass die Recherchearbeit zu einem
vernünftigen Psychothriller (wenn man sich von der Hausfrauenpsychologie
abheben will) erheblich aufwendiger ist, als sich neue Folter- und
brutalere Mordmethoden auszudenken.

Vielleicht liegt es auch
daran (wie man hier bei einigen Rezensenten erkennen könnte), dass dem
Leser mittlerweile nicht mehr so ganz klar ist, was »Psychothriller«
bedeutet. Denn spannend im Sinne eines »Einblicks in die Psyche der
Protagonisten« ist »So kalt dein Herz« von Anfang an und darüber hinaus,
was den psychologischen Aspekt der Grundidee anbelangt auch kein
bisschen konstruiert oder gar an den Haaren herbeigezogen! (Bevor
„Schlaumeier-Kommentare“ aufkommen: Ja, ich habe fachliche Kenntnis von
Psychologie, die weit über Allgemeinbildung hinaus geht!)

L. C.
Frey wollte ich schon lange mal lesen, aber die »Jack Sloburn« Reihe hat
mich nie so recht neugierig gemacht und seine älteren
Bestseller-Thriller waren mir zu dick/lang. (Meine Liste zu lesender
Bücher ist mittlerweile so umfangreich, dass ich mich bei einem (für
mich) neuen Autor, nicht mehr mit Wälzern beschäftigen möchte.)

»So kalt dein Herz« kam mir da (zumindest von der Seitenzahl) gerade recht. Und ich habe es nicht bereut!

Zur Story und den Personen muss nicht viel gesagt werden. Da reicht die Kenntnis des Klappentextes.

»So
kalt dein Herz« ist ein lupenreiner, vor allem fundiert recherchierter,
Psychothriller, der mit ein paar richtig guten Twists und am Ende mit
einer schlüssigen Lösung aufwartet. Frey spielt sehr gekonnt mit den
Erwartungen des Lesers, die Story ist durchweg spannend ohne Hänger oder
Infodump. Vor allem handwerklich sauber geschrieben!

L. C. Frey
beherrscht die Regeln eines guten Autors: »Show dont tell«, plastische
Protagonisten, Suspense und Dialoge kann er auch schreiben.

Darüber hinaus hat »So kalt dein Herz« auch noch einige kleine Mystery-Elemente, was mich besonders freute.

Insgesamt
hatte ich den Eindruck, dass sich L. C. Frey mit diesem Buch, ohne sich
schämen zu müssen, durchaus mit einem der älteren Werke von Sebastian
Fitzek (»Die Therapie«, »Seelenbrecher« etc.) messen kann.

Dies kann auch als Empfehlung zum Schluss stehen bleiben.