Klappentext: »MÖRDER UND MUSEN
Neil Gaimans SANDMAN zählt zu den bedeutendsten Comic-Werken aller Zeiten. Im Mittelpunkt der fantastischen Saga steht das Pantheon der Ewigen um den bleichen Traumkönig Dream und seine entzückende Schwester Death.

Während Lord Morpheus abtrünnige Träume jagt, findet die junge Rose Walker die Wahrheit über ihre Familie heraus – und stolpert mitten hinein in den Kongress der Serienkiller und die Belange von Dream. Doch in der fantastischen Welt der Ewigen ist auch Platz für allerhand andere Geschichten: über die Schattenseiten der Unsterblichkeit, unendliche Begierde, eine versklavte Muse und einen Traum von tausend Katzen. Außerdem sind sich selbst die Ewigen nicht zu schade, gegeneinander zu intrigieren…

Dieser prächtige Sammelband des revolutionären Fantasy-Meilensteins SANDMAN enthält die Comics Das Puppenhaus und die ersten zwei Storys von Traumland, geschrieben vom Autor von American Gods Neil Gaiman und gezeichnet von Mike Dringenberg, Malcolm Jones III, Kelley Jones, Chris Bachalo und anderen.«

Ich habe mich ja schon seit dem Erscheinen (und Kauf) des ersten Bandes dieser feinen Hardcover-Edition auf den zweiten gefreut. (Es scheint auch weiter zu gehen, denn der dritte Band »Die Zeit des Nebels« ist auch schon bestellbar und für April 2018 anvisiert.)

Moment. Sollte nicht zwischen »Das Puppenhaus« und »Die Zeit des Nebels« eigentlich »Traumland« liegen?
Korrekt. So war es bisher in allen Sandman-Sammelbänden. Offenbar hat sich Vertigo (im Original) entschieden, für die Luxus-Ausgabe den relativ kurzen »Traumland«-Band (nur vier Stories) auf »Puppenhaus« und »Nebel« aufzuteilen.

So finden sich »Calliope« und »Der Traum der tausend Katzen« in der hier vorliegenden Ausgabe. So werden mit Sicherheit »Ein Sommernachtstraum« und »Fassade« im dritten Teil der Deluxe-Variante zu finden sein.

Inhaltlich möchte ich gar nicht so viel sagen. »Das Puppenhaus« geht mit seinen Geschichten etwas weiter weg von einer stringent erzählten Handlung und scheint oberflächlich betrachtet, einfach eine Sammlung (von allerdings wunderschönen) Shortstorys zu sein. Dennoch, erhält man bereits eine Ahnung, dass nichts im Sandman-Universum einfach so erzählt wird.
Jede einzelne Geschichte hat ihre Bedeutung im Reich der Träume und auch für Band 2 gilt, was ich bei Band 1 geschrieben habe.

Die Zeichnungen gefallen mir immer noch nicht so richtig. Der Strich ist mir irgendwie zu altmodisch und oft sind die Gesichter zu hölzern, teilweise hatte ich sogar Schwierigkeiten einzelne Charaktere zu unterscheiden. Selbst Morpheus, der Herr der Träume selbst, erscheint manchmal in aufeinanderfolgenden Bildern wie verschiedene Personen. Ich glaube nicht, dass dies wirklich Absicht ist.

Einige Ideen in der Bildgestaltung, z.B. Destinys »Wohnstatt« oder wie Panels angeordnet sind, dass sie z.B. mittendrin vom Hoch- ins Querformat wechseln, um den Übergang einer Protagonistin in die Traumwelt zu illustrieren, sind hingegen genial.

Doch davon abgesehen ist Neil Gaiman ein großartiger Erzähler, der so voller Ideen sprudelt, die er in diesem wilden Genremix ohne Rücksicht auf Konventionen durcheinander wirft, dass man nur hoffen kann, dass er nicht auf seinem Dachboden einst eine Muse gefangen hielt oder gar noch hält. Denn die Folge dieses Handelns, bekommt der Protagonist der Geschichte »Kalliope« nur allzu deutlich zu spüren. Zu viele Träume sind u. U. schlimmer als Albträume.
»Sandman« als Comic, als erzählendes Medium hingegen, steckt so voller Träume, Bildern, Figuren, Metaphern und Geschichten, dass es eine wahre Freude ist, diese Stück für Stück für sich zu entdecken, um irgendwann eine Ahnung des Gesamtkunstwerkes zu erhalten.

In diesem Sinne, auch für Band 2 natürlich 5 von 5 möglichen Sternen.

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