Klappentext:

„Tirol im Jahr 1703:
Ein abgelegenes Bergdorf
mitten in den Alpen.
Kalt, unheimlich, düster.
Unerklärliche Dinge passieren.
Die Dorfbewohner in Angst und Schrecken.
Von
einem Schneesturm überrascht, verschlägt es den Deserteur Johann List
in dieses abgeschiedene, von Furcht und Aberglaube beherrschte Bergdorf.
Schnell ist ihm klar, dass mit dem Dorf etwas nicht stimmt, dass ein
düsterer Schatten über den Bewohnern liegt – Tiere werden getötet,
Menschen verschwinden, vermummte Gestalten lauern in den finsteren
Wäldern. Als Johann sich in die Tochter eines Bauern verliebt,
beschließt er, mit ihr das Dorf zu verlassen. Doch noch bevor sie
verschwinden können, eskaliert die Situation und ein Kampf auf Leben und
Tod beginnt.“

Ein stimmiger Mix aus Heimat-Krimi, Mystery, Historienthriller und klassischem Westernsujet.

Der
Auftakt dieser Trilogie ist dauerhaft günstig, nämlich für 0,00 € zu
erhalten, weshalb es mir nicht schwer viel mal zuzugreifen.
Ich habe es keine Minute bereut.

Die Autoren schaffen es in erster Linie durch Atmosphäre für Spannung zu sorgen.
Das
abgelegene Hinterwäldlerdorf, in einer Zeit voller Aberglauben und
Krieg, Schneemassen, kaum bezwingbare Berge. Der Fremde, der per se an
so einem Ort mit Misstrauen bedacht wird. Dann noch die lange nicht
benannte Bedrohung durch »die Anderen«, da kamen mir beim Lesen die
Bilder aus dem Film »Das finstere Tal« vor Augen.

Ich finde es
grundsätzlich besser, wenn sich deutschsprachige Autoren auch für das
Setting den deutschsprachigen Raum aussuchen. Nicht, weil ich
Angloamerikaner nicht leiden kann, aber ich finde, wir haben hier in
Europa soviel Mythen, Legenden und Historien …
Auf dieser Ebene
reizte mich »Morbus Dei« schon mal sehr und macht hier auch alles
richtig. Der Krieg um Tirol in dieser Zeit bildet einen soliden
Hintergrund für diesen Mix aus Heimat-Krimi, Mystery und
Historienthriller.

Sicher, eine derartige Geschichte ist kaum
frei von Klischees. Nicht nur, dass Johannes List ein Deserteur ist, was
im Dorf natürlich keiner weiß, und somit eben doch eine Art
»Revolverheld« von dem der Leser weiß, dass er eigentlich den Bauern
überlegen ist. Ja, auch der herrische Bauer, die schöne Tochter, die
sich in den Fremden verliebt, der alte Großvater, der Pfarrer …
Im
Rahmen der Geschichte passt es aber einfach. Das meine ich mit
Western-Sujet: Archetypen und Klischees. Wir wissen also im Grunde was
passiert und lesen es dennoch, weil es gut geschrieben ist.

Wer
Action erwartet, wird eher enttäuscht werden. »Morbus Dei« lebt in
erster Linie vom Setting und der Stimmung. Der unterschwelligen
Bedrohung, der düsteren Landschaft, dem Aberglauben, der Ablehnung
gegenüber Fremden und der Angst vor »Denen«. Das macht der Roman aber
sehr gut und so war ich keine einzige Seite gelangweilt.

Ein
kurzer Hinweis für alle die, die keine Serien oder Reihen mögen. »Die
Ankunft« ist in meinen Augen sehr gut in sich abgeschlossen. Endet also
nicht mit einem Cliffhanger, so dass man nicht zwangsweise die nächsten
beiden Teile lesen muss. Für die Unterstützung der Autoren wäre es
natürlich besser, diese dann wenigstens zu kaufen, da der erste Band ja
kostenfrei ist. (Oder zumindest einen weiteren Teil:-))

Wer mit
den o. g. Sujets etwas anfangen kann, bekommt hier eine handwerklich
gute Geschichte auf den Reader. Für solche Werke wurde meiner Meinung
nach der Ebook-Reader erfunden, da ich ohne diesen, so etwas nie
entdeckt hätte.