Klappentext: »Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Sie ging vor vierzig Jahren unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Das Kartenhaus Zivilisation brach zusammen. Vom Land und von den Städten blieben nur Wüsten und Ruinen übrig: Das ÖDLAND.

Die Überlebenden rotteten sich zusammen und zogen sich in abgeschiedene Enklaven zurück, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, versuchten nicht entdeckt zu werden und zu überleben.
Denn durch die verwüsteten Landstriche zogen bewaffnete Banden. Auf der Suche nach Essbarem griffen sie jeden an, der ihnen in die Quere kam und machten das Ödland zu einem Ort, den niemand freiwillig betrat.

Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität. Die junge Frau hat einen Traum: Eines Tages will sie den Keller verlassen und die Welt erkunden, denn die muffige Enge lässt sie die Betonmauern hochgehen und das ewige Stillsein und Verstecken entspricht überhaupt nicht ihrem Wesen.

Erzählt wird Megas Reise durch das ÖDLAND zu den Ursprüngen ihrer Existenz, denn Mega hat nie vergessen, dass sie nicht im Keller geboren wurde.

Endzeit:
Wer Endzeit und Dystopien liebt und Bücher mochte, wie ›Die Straße‹, ›Die Welt wie wir sie kannten‹, ›Z wie Zacharias‹, ›Malevil‹, ›Die Tribute von Panem‹, ›Die ewige Straße‹ oder Filme wie ›Briefe eines Toten‹, ›The Quiet Earth‹, ›Mad Max‹ oder Comics wie ›Jeremiah‹, ›Müll‹, ›Rain Dogs‹ oder Computerspiele wie ›HORIZON: Zero Dawn‹, ›Fallout‹, ›Enslaved: Odyssey to the West‹, ›I Am Alive‹, oder ›The Last of Us‹, dem sei ÖDLAND wärmstens ans Herz gelegt.«

Hatte ich schon mal irgendwo erwähnt, dass mich sog. ›Endzeit-Storys‹ total faszinieren? Dass ich ständig auf der Suche nach Geschichten bin, die nicht in den USA spielen? Am besten hier, in diesen Breitengraden.

Insofern, ist es keine Überraschung, dass ich einst, 2013 um genau zu sein, auf den ersten Teil der ›Ödland-Serie‹ stieß. Der Autor, Christoph Zachariae, war noch in guter Erinnerung ob seiner Beteiligung an ›Darkside Park‹. Einer Serie, die mich storytechnisch und von der Konzeption her sehr überzeugen konnte. (Abgesehen davon, dass sie in den USA spielt.)

Dennoch ließ ich ›Ödland‹ erst einmal liegen, da ich keine Mehrteiler mag, bei denen das Ende in weiter noch unklarer Ferne liegt. (Die ›Das Rad der Zeit‹ und ›Song of Ice and Fire‹ Trauma wiegen noch zu schwer.)

Mittlerweile ist Band 4 erschienen und der abschließende für nächstes Jahr angekündigt, außerdem hatte ich einfach mal wieder Lust auf ein postapokalyptisches Szenario … also dann. Reisen Sie mit mir in Christoph Zachariaes ›Ödland‹.

Es lohnt sich trotz kleiner Schwächen!
Bevor wir der, im Klappentext angepriesenen Mega begegnen, treffen wir Hagen. Einen Verwundeten, der sich an eine Art Festung in einem Moor schleicht, weil er auf Hilfe, auf Nahrung hofft, doch … er wird reingelegt und gefangen genommen.

Ab jetzt wechseln die Perspektiven.
Abwechselnd begleiten wir Mega durch ihre Kindheit im Keller, bis hin zu dem Tag, an dem sie diesen verlässt und mit einem gepimpten Liegefahrrad durch das Ödland fährt, um Ersatzteile für einen Ionenaustauscher zu organisieren.
Der andere Strang lässt uns an Hagens Erlebnissen in der Gegenwart teilhaben.
Wir, die Leser, wissen, dass es Mega war, die Hagen in den Ort lockte. Hagen scheint Mega von irgendwo zu kennen.
Vor allem ist er kein hilfloses Opfer. Er ist der Anführer einer wirklich durchgeknallten Bande. Seine Gefangennahme durch die Bewohner der Moorfestung entwickelt sich für diese schnell zum Disaster. Die Voraussetzungen kehren sich um …

Ich gebe zu, dass die wirklich kompromisslosen und vor allem brutalen (nicht bis ins Detail beschriebenen) Handlungen von und um Hagen, seiner Truppe, den Bewohner des Ortes im Moor, mich mehr begeistert haben. Hier spielt der Autor geschickt mit unseren ›Gut und Böse‹ Vorstellungen und unseren Sympathien und Antipathien. Großes emotionales Klavier.

Megas Strang hingegen, ließ mich über weite Strecken kalt. Zu sehr waren ihre Kindheitsjahre das Gegenteil von ›show don’t tell‹ und später erschien sie mir wirklich wie eine verzogene Göre in der Pubertät. Sie ist einfach nicht mein Typ von Protagonist.

Allerdings schaffte es Christoph Zachariae, mich dennoch bei der Stange zu halten, denn ich wollte schon wissen, wo die Verbindung zwischen Hagen und mega ist. Spätestens als sie dann ›draußen‹ ist, zieht Zachariae das Tempo ganz schön an. Wir befinden uns in einem ›Mad Max‹ würdigen Szenario und enden mit einem veritablen Cliffhanger.

Klar. Bei einem Mehrteiler kann Band 1 eigentlich nicht mehr als eine Exposition sein. Und diese ist durchaus gelungen, denn ich mache gleich mit Band 2 »Das Versteck im Moor« weiter.

Sein Handwerk versteht Christoph Zachariae voll. Einzig, die seltsame (mich an Theatermanuskripte erinnernde) Schreibweise der Dialoge/wörtlichen Rede stieß mir, neben meiner desinteressierten Haltung Mega gegenüber auf.

Verdiente 3 Sterne für einen guten Einstieg mit ordentlich Platz für Steigerungen.

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