Im Jahr 2000 entdeckte ich, in den damals noch recht überschaubaren Weiten des Internets folgenden Song einer Band, die mir bis dahin absolut unbekannt war:

Bei meiner Recherche zur Band stieß ich damals u. a. auf die Info, dass der Song für das Computerspiel: »Vampire – The Masquerade – Redemption« produziert wurde.

»Vampire – The Masquerade?« Das hat eine Bedeutung für meine Serie: „Nighthunter“.


Ich hatte schon mal geschildert, dass meine Inspirationsquellen nie vollständig sind. Immer habe ich eigentlich nur Bruchstücke von Infos, Schnipsel aus Texten, Bildern, meist nur ein Titel und ein Cover von irgendetwas, was mich dann so fasziniert, dass ich dazu meine eigenen Geschichten erfinden »musste«.

Ich erinnere mich, dass mir Anfang der 90er Jahre jemand von dem Rollenspiel »Vampire – The Masquerade« erzählt hatte. Über die andere Darstellung des Vampirmythos darin. Er erzählte mir von dem Begleitbuch: »Das Buch Nod«, das den Mythos aus der dort geschaffenen Welt sozusagen als Geschichtsbuch begleitet. Ich erfuhr von der Abstammung der Vampire von Kain, dem Brudermörder …

Ungefähr zur gleichen Zeit las ich auch durch Zufall: »Der Fürst der Finsternis«. Ein Buch, bei dem ich kaum etwas erwartete, denn dieser zweite Teil aus der »Vampir-Saga« von Anne Rice war damals kaum bekannt. Die Verfilmung des ersten Bandes »Interview mit einem Vampir« erschien erst knapp 10 Jahre später.

Da ich als Kind recht strengen Regeln, was das »Fernseh gucken« anbelangte, unterworfen war – abgesehen von den fehlenden Programmen und Kinofilmen auf meiner Seite der Mauer – ist mein Vampirbild nicht von Christopher Lee oder Bela Lugosi geprägt. (Letzterer war mir jahrelang nur als titelgebende Person des genialen Songs von BAUHAUS »Bela Lugosi’s dead« bekannt.)

Mein Vampirbild ist eben durch diese zwei Elemente geprägt. Die Bruchstücke, die ich als Infos zum Rollenspiel hatte und dem zweiten Band von Ann Rice Saga. Es sind die Vampire, die damals zum ersten Mal nicht als pure Raubtiere dargestellt wurden aber (zum Glück) die Jahre später erfolgte Weichspülung durch »Twilight« noch nicht erlebt hatten.

Geheimnisvolle, innerlich zerrissene Gestalten, die sich individuell mit ihren (Raubtier)Instinkten auseinandersetzen müssen. Kain der Urvater, der Brudermörder, der die Tat (zumindest dem »Buch Nod« folgend, nicht leichtfertig, sondern durchaus zweifelnd beging.)

Bei Ann Rice geht der Ursprung weit ins alte Ägypten zurück. Vampire stehen, trotz oder gerade wegen ihrer Gefährlichkeit, ihrem Blutdurst auch immer für etwas Erhabenes, Kultiviertes.

Sind sie nicht sogar zutiefst menschlich in dieser Darstellung? In ihrer ständigen Auseinandersetzung, dem Instinkt nachzugeben oder sich mit der menschlichen Gesellschaft zu arrangieren, lieber doch im Verborgenen zu bleiben oder heraus zu treten und die Macht an sich zu reißen, da sie dem Homo Sapiens doch so weit überlegen sind?

Figuren voller solch innerlicher Spannung und Konflikte (ob nun in einer Person oder in der Auseinandersetzung innerhalb einer Gruppe) sind ein Traum für einen Geschichtenerzähler.

Konflikte erzeugen Spannung.

Louis Royaume, einer der beiden Hauptprotagonisten der »Nighthunter« Serie ist ein Kind dieser Inspirationsquellen.

Ist er ein blutdürstiges Raubtier? Ein charismatischer, kultivierter Adliger? Und warum zieht er ausgerechnet mit einem indianischen Werwolf, einem Skinwalker, durch den Wilden Westen?