»Nighthunter – Hinter den Kulissen« Episode 02

Einer der Western, die mich am meisten beeindruckt und somit auch nachhaltig geprägt haben, ist: »High Plains Drifter«.
Im Deutschen hieß und heißt der Film: »Ein Fremder ohne Namen«.

Wenn ihr den Film nicht kennt, müsst ihr ihn nicht unbedingt schauen (Ihr verpasst zwar einen großartigen Film, …). Um meine folgenden Anmerkungen zu verstehen, genügt es, wenn ihr euch den Wikipedia-Artikel dazu durchlest: https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Fremder_ohne_Namen

Am interessantesten an dem Werk ist nämlich die Tatsache, dass durch eine dämliche Synchronisation ein ganzer Film verhunzt wurde. Ich habe ihn zuerst in dieser Fassung gesehen und später durch Zufall einmal die Originalfassung und ich schwöre, ich war entsetzt.

Davon mal abgesehen entfaltete der Film bei mir dennoch in der deutschen Synchronfassung bereits eine Wucht, die nur noch von der finalen (nicht geänderten) Aussage des englischen Originals übertroffen wurde. Bis dahin hatte ich noch keinen Western gesehen, der das Motiv: »Fremder kommt in die Stadt und bringt damit alles durcheinander« auf eine derart zynische, düstere und noch dazu extrem mystische Art ausreizt.

Aus diesem Grund ist »Zombies von Pine Hill« als eine Verbeugung meinerseits vor diesem grandiosen Western zu verstehen. Wenn ihr den Film kennt, oder jetzt den Wikipedia-Eintrag, werdet ihr die Parallelen erkennen.

Darüber hinaus wollte ich aber tatsächlich eine »Zombie-Geschichte« schreiben. Ich gebe zu (Achtung: Ironie!), ich schiele damit nach einem Markt, der offensichtlich seit Jahren ununterbrochen erfolgreich den Leser (und Zuschauer) mit »Zombie«-Stoff überschüttet.
Dass ich nicht ganz so perfekt bin, was meine unternehmerischen Qualitäten anbelangt, merkt man daran, dass ich dieses »Aufspringen auf einen Erfolgszug« erst mit dem zweiten Teil der Serie vollzogen habe. (Ironiemodus: Aus!)

Schwierig war für mich, dass ich persönlich dem Zombie-Sujet eigentlich kaum etwas abgewinnen kann. In meiner Wahrnehmung sind all die Zombie-Storys nichts weiter als »politisch korrekte« Western.

In Western wurden früher die Natives als stumpfe Wilde eingesetzt, deren Aufgabe es ausschließlich war, zu bedrohen, zu überfallen, zu morden, zu vergewaltigen … damit man sie reihenweise abknallen und sich dabei noch gut fühlen konnte, da man ja im Recht war. Es waren ja keine Menschen.

Das macht man jetzt eben mit Zombies,

Wie sollte ich also dieses Sujet in meine Serie einbringen, die doch u.a. den (an sich selbst gestellten) Anspruch hat, das Bild der Natives etwas anders zu zeichnen?

Bei meinen Überlegungen stieß ich darauf, dass der ursprüngliche Zombie-Mythos aus dem Voodoo kommt, was allein schon Stoff für tausend Geschichten bietet. Da mir dann vor ein paar Jahren durch die (wirklich gute) TV-Serie »American Horror Story« noch die Figur des »Papa Legba« nahegebracht wurde … hatte ich es.

Zumal ich somit in dieser Geschichte meinem Verständnis von Horror wieder etwas näher kommen konnte.

Das echte Grauen geht nicht von irgendwelchen Geistern, Dämonen, Untoten oder Ähnlichen aus.

Der wahre Horror wird immer nur von Menschen erzeugt und ist in nichts zu übertreffen.

Nun denn, ich hoffe, Sie hatten trotzdem Ihren Spaß und bleiben neugierig. Louis und Geistwolf werden noch etliche Abenteuer mit menschlichen und überirdischen Monstern erleben.

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