Klappentext:

„Der ungelöste Mordfall an einem angesehenen Arzt versetzt die Bewohner der noch jungen Stadt New York in Angst und Schrecken. Wer hat das Leben des respektablen Mannes mit einem Messerschnitt auf mitternächtlicher Straße ausgelöscht? Der Herausgeber von New Yorks erster und einziger Zeitung tauft das Monster »Den Maskenschnitzer« und gießt damit nur noch mehr Öl auf die Flammen des ungelösten Rätsels. Als der Maskenschnitzer ein neues Opfer fordert, wird der junge Gerichtsdiener Matthew Corbett in einen Irrgarten aus forensischen Anhaltspunkten und gefährlichen Nachforschungen gelockt, die sowohl sein Talent für Ermittlungen als auch seinen Gerechtigkeitssinn wecken. Am seltsamsten ist aber, dass die Informationen zur Enttarnung des Maskenschnitzers womöglich in einem Tollhaus zu finden sind, in dem die »Königin der Verdammten« regiert – und nur jemand mit Matthews Verstand und Einfühlsamkeit hat eine Chance, ihre Geheimnisse aufzudecken. Matthews Ehrgeiz führt ihn vom Hafen bis zur Wall Street, von vornehmen Herrenhäusern bis zu den mit Blut beschmierten Rinnsteinen … und zu Antworten, vor denen niemand entkommen kann.“

Ich rezensiere beide im Luzifer-Verlag erschienenen Bücher in einem! (Spoilerfrei)

Wie kam ich zu dem Buch/warum habe ich es gelesen?

 

Die Frage, warum ich das Buch gelesen habe, ist schnell beantwortet. Weil mich der erste Teil der »Matthew Corbett« Reihe »Die Hexe von Fount royal« so dermaßen begeistert hatte.

Wie finde ich Cover und Titel?

Cover und Titel weisen sofort und sehr deutlich darauf hin, dass dieses Buch Teil einer Reihe ist und die Titelbildgestaltung ist beim Luzifer-Verlag meiner Meinung nach eh über jeden Zweifel erhaben. So auch hier.

Um was geht’s eigentlich?

Matthew Corbett, Hauptfigur der Reihe, dessen Fähigkeiten wir im ersten Teil der Reihe kennenlernen durften, ist immer noch Gerichtsschreiber. Zwar mittlerweile in New York, das am Ende des 17ten, Anfang des 18ten Jahrhunderts nun wirklich gar nichts mit unserem Bild zu tun hat. Aber eben immer noch Gerichtsschreiber. Bei einem anderen Richter. Da denkt man als Leser bereits schon; Hey, hat der Junge nicht was anderes verdient?
Das denkt Corbett selbst wahrscheinlich auch, weshalb er in seiner Freiheit, seine analytischen Fähigkeiten und sein Talent Fragen zu stellen und nach deren Antworten zu nerven … äh, zu suchen, für eine Sache nutzt, die erst einmal nichts mit seiner Arbeit bei dem neuen Richter zu tun hat.

Zum Glück für Matthew und für uns Leser, denkt sich das aber auch sein derzeitiger Arbeitgeber und lenkt unseren Helden in eine Bahn, die noch mehr als im ersten Teil, das Versprechen gibt, dass wir von Corbett noch viele gute Geschichten lesen dürfen.

Doch zum Glück, dachte sich auch Robert McCammon, dass sein Protagonist wohl zu mehr berufen ist und so lässt er auch noch den im Klappentext erwähnten »Maskenschnitzer« auf die Stadt los und Matthew wäre nicht unser Matthew, wenn er sich nicht sofort auf diesen Fall stürzen würde. Auch wenn es gar nicht seine Aufgabe ist und er damit natürlich gehörig aneckt.

Und so bietet sich uns schnell ein zunächst extrem unübersichtliches Krimipuzzle im historischen Gewand, dessen Lösung uns allein schon bei der Stange hält.

Wer spielt mit?

Manch ein Leser bemängelte, dass dieser 2. Teil der Reihe (Ich richte mich in meiner Bewertung nach den ungeteilten Originalausgaben, warum die Teilung bei einem Verlag wie Luzifer-Press keinesfalls auf Geldgier zurückzuführen ist, habe ich meiner Rezension zum ersten Teil und in meinem Podcast schon ausführlich erläutert.) im Vergleich zum Vorgänger spannungsärmer und nicht ganz so düster sei.

Ja, Robert McCammon nutzt tatsächlich erst den 2. Teil, um seinem Protagonisten mehr Profil zu geben, ihn (im wahrsten Sinne des Wortes) zu schulen und auszubilden. Das dauert etwas, bis es in Fahrt kommt, tut der Hauptfigur aber gut.
Hätte er das im 1. Teil gemacht, wären wahrscheinlich alle Leser sehr schnell vor Langeweile abgesprungen. Darum war es geschickt von ihm, diese Exposition seiner Hauptfigur erst jetzt anzulegen, da wir als Leser davon ausgehen, dass unsere Erwartungen noch erfüllt werden.

Neben Matthew Corbett bringt der Autor ein paar neue Figuren ins Spiel, bei denen schnell klar wird, dass diese uns noch weiter begleiten werden. Außerdem entwickelt er den Protagonisten weiter, was ja einen nicht erheblichen Reiz einer Reihe ausmacht.

Wie ist es geschrieben?

Denn, sprachlich bleibt McCammon auf dem gleichen, übrigens verdammt hohen, Niveau des ersten Bandes. Dem gibt es nicht viel hinzufügen. Dieser Autor ist ein genialer Geschichtenerzähler und die Atmosphäre eines historischen (nicht unbedingt historisch korrekten) Thrillers bringt er mit jedem Satz, jedem Adjektiv, jedem Dialog, jedem sprachlichen Bild perfekt aufs Papier.

Wie sieht es mit der Fehlerquote aus?

Wie sieht es mit der Fehlerquote aus, was zu meinem Leidwesen ja gerade bei »kleineren« Verlagen sehr oft ein Problem darstellt. Mein Englisch ist zu schlecht und ich bin auch zu faul, mich an die Originalausgabe zu setzen, um die Übersetzung zu beurteilen.

Doch eines ist klar festzustellen: Die Sprache wirkt gut, da sie authentisch wirkt und es ist nicht ein Rechtschreibfehler oder ähnliches zu entdecken. Hier scheint der Luziver-Verlag keine Kosten zu scheuen und das spricht für ihn. Alle seine Bücher erfüllen übrigens diese Qualitätsstandards, was Fehlerquote anbelangt und eigentlich ist es eine Schande für alle anderen Herausgeber, dass dies überhaupt erwähnt werden muss.

Fazit?

»Die Königin der Verdammten« ist anders als »Die Hexe von Fount Royal« was aber auch am Sujet liegt.
Das ist aber auch gut so, denn eine »Wiederholung« der »Hexengeschichte« hätte uns wohl viel mehr enttäuscht oder?

Dieser Teil der Reihe ist weniger düster, ja sogar weniger »Horror«. Es ist mehr eine »Sherlock Holmes« artige Jagd, bei der verschiedene Puzzlesteine zusammengefügt werden müssen. Man fragt sich als Leser sehr lange, wie das alles zusammenhängt und wann jetzt endlich die im Titel benannte »Königin« auftaucht. Hier sei ohne Spoiler erwähnt, dass wenn sie dann endlich, ganz, ganz spät auftaucht, es soviel Sinn macht, sie im Titel zu erwähnen, dass ich mich nur verbeugen kann.

Somit ist der 2. Teil der Reihe auch nicht spannungsärmer. Diese liegt hier einfach nur darin begründet, dass es wirklich lange dauert, bis nicht nur wir die Leser, sondern auch unser Held überhaupt in der Lage sind, die Zusammenhänge zu erkennen. Diese werden dann aber so plausibel zusammengeführt, dass ich nur stehend applaudieren kann.

In sofern ist »Die Königin der Verdammten« ein würdiger Nachfolger des hochgelobten 1. Teils, anders aber keinesfalls schlechter.

Ich möchte es als »historische Fiktion« bezeichnen, denn einiges wirkt doch schon fantastisch. Allerdings verwebt Robert McCammon Fakten und Fiktion so geschickt in seiner Reihe, lässt Zeit und Ort so authentisch wirken und kann uns dabei auch noch wie spielerisch perfekt unterhalten, dass nur eines bleibt:

Höchste Punktzahl in allen möglichen Bewertungsskalen!

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