Ein Cover ist für mich sehr wichtig. Ob das Buch nun in einem Buchladen steht oder bei einem Onlinehändler. Cover und Klappentext, sind das erste, was ich als Info bekomme, um zu entscheiden, ob ich zu dem Buch greifen will. Ich sage bewusst: »greifen«, denn das heißt, noch lange nicht, dass ich es auch kaufe.

Klar, es gibt Autoren wie Stephen King. Da genügt es eigentlich, nur den Namen und den Titel drauf zu schreiben.

Als nicht so sehr bekannter Autor muss das Cover aber weitaus mehr erzählen. Auch wenn man, als Selfpublisher, von den Kosten anfänglich regelrecht erschlagen wird, es ist möglich, ein Cover zu bekommen, dass professionell aussieht und dennoch nicht 1000€ kostet.

Dafür gibt es erstens gute Designer und vor allem sog. »Stockbilder«. Mir ist klar, dass Grafiker und Fotografen dieses »Stockbild« Format nicht cool finden. Ich würde auch lieber einem Illustrator 500€ pro Cover zahlen und dafür Bilder bekommen, die absolut individuell sind und allen meinen Vorstellungen bis ins Kleinste entsprechen. Kann ich mir aber (noch) nicht leisten.

Die Verwendung von Stockbildern hat nämlich zwei Nachteile. Die Chance ist sehr groß, dass die verwendeten Motive auch auf anderen Büchern oder auf irgendwelchen Flyern, anderen Homepages auftauchen. Das macht es schwer, die eigenen Werke als Marke zu etablieren.

Zweitens, bekommt man nicht genau das, was man vielleicht im Kopf hat. Wenn es gut läuft, kommt der/die Designer_In nah ran. Oder es wird ganz was anderes.

Für die Serie »Nighthunter« war mir wichtig, dass gerade das Cover des ersten Teils auf einen Blick alle wichtigen Informationen enthält.

Western
Horror
Serie

Da »Western« das vorherrschende Genre ist, schaute ich mir zunächst diverse Cover von Filmen und Büchern an. Irgendwann war klar, die meisten haben diese Zweiteilung. Oben einen oder mehrere Protagonisten, unten eine entsprechende Szene, die auf die Geschichte neugierig macht oder das Setting verrät. Im Gegensatz zu Filmen von John Ford besteht der Wilde Westen ja nicht nur aus dem Monument Valley.

Ich wollte für den oberen Teil ein Bild von Louis, so wie ich ihn mir vorstelle. Bleicher, adliger Typ, schwarzer breitkrempiger Hut, vielleicht aber nur vielleicht, ein paar angedeutete Blutstropfen an den lächelnden Lippen und so coole Revolver, wie die von Idris Elba in der »Dark Tower« Verfilmung.

Gab es aber nicht.

Bei der Recherche nach passenden Bildern, stießen die Designerin und ich, u.a. auf ein Motiv, dass ich von dem Buch »Skin Medicine« aus dem Luzifer-Verlag kannte. Das zeigte mir zumindest, dass man wirklich mit Stockbildern arbeiten kann, ohne dass es danach so aussieht.

Zum Glück fanden wir dann den Kerl, der jetzt das Cover ziert. Giusy (die Designerin) schaffte es, ihn so dunkel zu machen, dass man den Schnurrbart kaum sieht. Denn der Typ auf dem Bild hat einen, Louis natürlich nicht. Die Revolver fanden wir auf einem anderen Bild, wo der Träger der Waffen aber noch weniger wie mein Vampir aussah, so dass Giusy sie austauschen konnte. Schädel, Krähen in den Hintergrund und der obere Teil war fertig. (Und wir hatten durch das Zusammenfügen verschiedener Elemente sogar etwas Individuelles.)

Noch schwieriger gestaltete sich der untere Teil.

Einen Ghul zu finden war recht einfach. Ich wollte aber unbedingt den Zug drauf haben. Wie oben erwähnt. Das Cover des ersten Teils, musste alles erzählen, was die Serie ausmachen würde. Das Western-Setting war mir wichtig.

Ziemlich jeder hat eine Vorstellung davon, wie ein alter Zug aus dem Wilden Westen aussieht. Nur, leider gibt es davon keine Stockbilder. Die historischen Fotos (Illustrationen, Postkartenbilder) passten entweder nicht zu den anderen Motiven, oder man darf sie gar nicht verwenden. Ebenso verhält es sich mit den restaurierten Zügen, die heute noch in den USA fahren. Sie werden von Tourismusunternehmen betrieben, die sicherlich nicht begeistert sind, wenn ich ihr wichtigstes Werbeinstrument für ein Buch nehme. Abgesehen davon, dass wir keine Bilder von Zügen brauchten, die mit dicken Männern mit Anglerhüten und eisessenden Kindern, übersät sind.

Schlussendlich fanden wir eine Aufnahme von einem verrosteten, stillgelegten Zug, der irgendwo in einer leeren Landschaft vor sich hin rottete.

Und Giusy gelang es, diesen zum Leben zu erwecken. Zugute kam ihr sicherlich die Tatsache, dass es sich in meiner Geschichte um einen Nachtzug handelt.

Ihr seht, mit einem Illustratoren, wäre das sicher alles viel einfacher geworden aber mit kreativen Leuten an der Seite, kann man auch mit Stockbildern Cover schaffen, die nicht wie »selbstgekritzelt« aussehen.

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