Das Leben ist zu kurz für irgendwann, vielleicht einmal

Ich finde ja, dass das Leben zu kurz ist, um von Sachen zu träumen, die man nie Wirklichkeit werden lassen kann. Klar, eine der Möglichkeiten ist es, seine Träume so niedrig anzusetzen, dass ihre Verwirklichung einen keine großartigen Anstrengungen abverlangt.

Andererseits? Sind es dann wirklich noch Träume?

In meinem Leben gab es ja schon so ein paar Sachen, von denen ich geträumt habe, die eigentlich total unrealistisch waren. Z.B. habe ich jahrelang davon geträumt einmal SOFT CELL und die SWANS live zu sehen. Beides ging, zu dem Zeitpunkt, als ich davon träumte nicht, da ich auf der »falschen« Seite der Mauer lebte und als diese fiel, hatten sich beide Bands aufgelöst. Tja. SOFT CELL haben ein paar exklusive Reuniongigs gegeben und die SWANS haben sich zwischenzeitlich reformiert, also wurde es auf einmal Wirklichkeit.

Warum ich jetzt hier von dieser ganzen Traumsache erzähle? Klar, es passt ein bisschen schon in die kommenden besinnlichen Tage, ob man nun Christ ist oder einfach nur eine Auszeit nehmen will.

Andererseits ist es so, dass sich genau jetzt zwei weitere Träume von mir erfüllen, bzw. ich diese mir erfülle, die direkt und indirekt mit dem Schreiben und der »Nighthunter« – Serie zu tun haben und dementsprechend für euch interessant sein könnten.

Die erste Neuigkeit in diesem Zusammenhang ist, dass ich den kongenialen Illustrator Arndt Drechsler jetzt doch endlich beauftragt habe, mir zwei »neue« Nighthunter zu kreieren.

Wenn sich jetzt einige fragen, warum ich so begeistert darüber bin, dass ein Illustrator, der vor allem durch seine Arbeiten für »Perry Rhodan« bekannt geworden ist, sich der »Nighthunter« annimmt, dann kann ich das erklären. Arndt macht noch unheimlich viele andere Sachen, u.a. z.B. die Cover der deutschen Ausgaben von »Longmire« beim FESTA-Verlag und eine Leserin hat zwischen »Longmire« und den Nachtjägern schon Parallelen gezogen. Eine Leserin! Nicht ich!
Ansonsten ist Arndt einer der wenigen Illustratoren, Grafiker, die ich kenne, der so zeichnet, dass es am Ende wie ein Foto aussieht und das nicht nur bei Raumschiffen.
Denn gerade mit dem Stockfoto der Person, die ich als Geistwolf »verkauft« habe, war ich nie so richtig zufrieden. Arndt hat zum Glück Zeit und hat zugesagt, so das ich Anfang nächsten Jahres die Cover der erschienenen Ebooks und natürlich den neuen, sechsten Band »Geisterreiter von Bane Hill« mit einem wahrscheinlich großartigen Skinny und einem famosen Louis krönen werde. Den unteren Teil und das gesamte Layout wird weiterhin die großartige Giusy Ame von Magicalcoverdesign machen. Weil sie ein verdammtes Genie ist, wenn es darum geht, vorhandene Illustrationen, Fotos und Schrift, zu einem fantastischen Buchcover zu machen.

Der zweite Traum, der jetzt in Erfüllung geht, betrifft meine Abwesenheit für die nächsten Wochen. Nein, nicht weil ich jetzt, wie so viele, Weihnachten feiere und mich damit in den Jahresendurlaub verabschiede. Diesmal ist es doch um einiges größer.

Ich wollte einfach immer schon einmal nach Afrika.

Da ich feuchtheißes, tropisches Klima nicht mag, Nordafrika nicht so richtig in meinen Vorstellungen mit dem Bild von Afrika zusammenbringe, musste es der Süden des Kontinents sein.
Für Südafrika bin ich zu feige, denn ich denke, auch so viele Jahre nach der Apartheid ist die Stimmung in dem Land immer noch recht angespannt. Aber Südafrika hat ein Nachbarland, das sogar mal deutsche Kolonie war, weshalb man da sogar noch sehr viel Deutsch spricht. Das ist aber gar nicht so sehr der Grund, warum ich da hin wollte. Wie der Spiegel mal so schön schrieb: »Wilhelminische Spießigkeit versinkt im Wüstensand.« Außerdem ist die deutsche Vergangenheit in dem Land echt nichts, worauf wir Deutsche stolz sein können.
Denn auch unsere Vorfahren haben in diesem Land Völkermord begangen und die Bundesregierung weigert sich bis heute, dies als solchen zu titulieren. Aber über die Türkei meckern. Doch das ist ein anderes Thema.

Mich faszinierten einfach die Bilder von der Landschaft dieses Landes.

Jahrelang war es ein Traum, was auch damit zu tun hat, dass er eine Stange Geld kostet und das musste ja auch erst einmal angespart werden. Einige Zeit dachte ich, es wäre mein »Geschenk« zum Fünfzigsten aber da wurde nichts draus.

Doch jetzt ist es soweit.

Ich fliege für ein paar Wochen mit meinem ältesten und besten Existenzkomplizen nach Namibia. Verdammt, wir sind jetzt seit über 30 Jahren befreundet. Was eine lange Zeit.
Warum nicht mit meiner Frau? Weil wir niemanden haben, der sich um unsere Hunde und Katzen kümmert und sie dafür im Sommer mit Nemo (unserem Ersthund) eine Alpenüberquerung gemacht hat. Ich stehe, was das Wandern anbelangt, nicht so sehr auf Gebirge, weshalb mir da auch Namibia irgendwie vielversprechender erscheint.

Bild von kolibri5 auf Pixabay

Auf Instagram werde ich sicherlich immer mal wieder ein paar Schnappschüsse von der Reise posten. Weil es in der heutigen Zeit der einfachste Weg ist, mit meiner Familie im Kontakt zu bleiben und sie an den Eindrücken teilhaben zu lassen. Wir sind ja nicht (nur) im Nirgendwo unterwegs und Internet gibt es mittlerweile ja (eh fast) überall. Zumindest die Hotels haben wohl auch alle W-Lan und in den größeren Städten gibts Internetcafés.

Eigentlich könnte ich diesen Trip auch als »Bildungsreise« verkaufen, denn es gibt sogar einen Weird-Western, der in Namibia gedreht wurde. »Gallowwalkers« mit Wesley Snipes. Nur leider ist der Film ziemlich mies. Obwohl die Story und die Bilder gar nicht so schlecht sind. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Wer lieber eine richtig gut erzählte Geschichte, mit einem gehörigen Mystery-Touch lesen will, die in Namibia, bzw. in »Deutschsüdwestafrika« wie es damals, in der Zeit, in der die Story spielt, hieß, die auch den Völkermord nicht ausspart, der greift zu Kai Meyer »Göttin der Wüste«. (Ich verlinke das hier nicht, damit mir hier keiner mit einer Abmahnung wegen ungekennzeichneter Werbung kommt!)

In diesem Sinne, ich werde Weihnachten in Windhoek, Mariental und Grünau und Sylvester in Lüderitz verbringen. Ja, das sind alles Orte in Namibia.

Ich habe vor, Rotwein zu trinken, seltsames Fleisch zu essen und mich von der Landschaft inspirieren zu lassen.

In diesem Sinne liebe Leser_Innen wünsche ich auch euch eine gute Zeit und bis bald
Euer
Anton